Das estnische Zentrum für Verteidigungsinvestitionen (ECDI) hat der 2. Infanteriebrigade fast fünfzig neu erworbene gepanzerte Radfahrzeuge aus der Türkei übergeben. Bei den meisten dieser Fahrzeuge handelt es sich um gepanzerte 6×6 Arma für die Infanterieeinheiten, die Streitkräfte haben zudem aber auch gepanzerte 4×4 NMS-Fahrzeuge erhalten, die von den Kampfunterstützungseinheiten der 1. und 2. Infanteriebrigade eingesetzt werden. Darüber hinaus wurde eine kleinere Anzahl von gepanzerten 4×4-Fahrzeugen für die estnische Rettungsbehörde beschafft.
Die Verträge über die gepanzerten Fahrzeuge haben eine Laufzeit von zehn Jahren, so dass bei Bedarf weitere Fahrzeuge und Ersatzteile gekauft werden können. Inkludiert sind auch Bestimmungen für die Wartung, Reparatur und Weiterentwicklung dieser Fahrzeuge.

Die Beschaffung der neuen 4×4 und 6×6 gepanzerten Fahrzeuge wurde in enger Zusammenarbeit des ECDI mit den Streitkräften vorbereitet und durchgeführt. „Während Waffensysteme oft als Standardlösungen gekauft werden, wurden diese gepanzerten Fahrzeuge mit Blick auf die spezifischen Bedürfnisse der estnischen Streitkräfte entwickelt, sowohl was die Innenausstattung als auch das Äußere betrifft. In Estland müssen nur noch die Kommunikationsausrüstung und andere notwendige Geräte installiert werden”, so Marek Mardo, Strategic Category Manager (Air, Sea & Combat Vehicles) beim ECDI.
Den Angehörigen der Streitkräfte bieten die neuen gepanzerten Fahrzeuge einen besseren Schutz gegen den Beschuss mit Kleinwaffen sowie gegen Minen und Granatsplitter. Darüber hinaus wird die Mobilität der Einheiten verbessert, da die Geländegängigkeit der gepanzerten Fahrzeuge deutlich besser ist als die der bisherigen Infanterietransportfahrzeuge in der 2. Infanteriebrigade. Bewaffnet sind die gepanzerten Fahrzeuge mit schweren 12,7-Millimeter-Maschinengewehren.
„In den vergangenen Jahren haben wir die Beschaffung neuer Fähigkeiten für die estnischen Streitkräfte zügig vorangetrieben, und die neu beschafften gepanzerten Fahrzeuge sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die Verteidigungsfähigkeit verbessert werden kann. Sie geben unseren Verteidigern die Gewissheit, dass die von ihnen verwendete Ausrüstung dazu beiträgt, Leben zu retten, und sie erhöhen die Voraussetzungen für einen besseren Schutz Estlands”, sagte Verteidigungsminister Hanno Pevkur.
Er ergänzte: „Ich werde der Regierung bald Vorschläge unterbreiten, wie die Verteidigungskapazitäten Estlands weiter gestärkt werden können, um auf die veränderte Sicherheitslage zu reagieren.”
Bereits Ende 2024 trafen die ersten gepanzerten Radfahrzeuge in Estland ein, und die Wehrpflichtigen der 2. Infanteriebrigade haben bereits mit der Ausbildung an ihnen begonnen. Diese Fahrzeuge werden auch bei der Großübung „Siil” im Mai zum Einsatz kommen. Alle bestellten gepanzerten Fahrzeuge werden voraussichtlich bis Ende dieses Jahres in Estland eintreffen.
Oberst Antti Viljaste, Kommandeur der 2. Infanteriebrigade, sagte zu den neuen Fahrzeugen: „Ich bin zuversichtlich, dass sowohl die gepanzerten Fahrzeuge als auch die anderen für die 2. Infanteriebrigade und andere Einheiten der Verteidigungsstreitkräfte erworbenen Fähigkeiten uns in die Lage versetzen werden, Estland erfolgreich gegen jeden Gegner zu verteidigen.”
Neben den Verteidigungsstreitkräften wird auch das Innenministerium mit vier neuen, in der Türkei hergestellten gepanzerten 4×4-Radfahrzeugen ausgestattet. Diese Fahrzeuge werden in erster Linie von den Bombenentschärfungseinheiten des Rettungsdienstes eingesetzt, stehen aber bei Bedarf auch dem Polizei- und Grenzschutzamt sowie dem Dienst für innere Sicherheit zur Verfügung.
Dazu meinte Tuuli Räim, stellvertretender Generalsekretär für Krisenvorsorge und Katastrophenschutz im Innenministerium: „Die Ankunft dieser gepanzerten Fahrzeuge im Zuständigkeitsbereich des Innenministeriums ist ein entscheidender Schritt zur Stärkung der inneren Sicherheit. Sie werden unsere Bereitschaft für Krisensituationen verbessern und ermöglichen Einsätze in risikoreichen Umgebungen und schwierigem Gelände. Außerdem ermöglichen sie den sicheren Transport von Spezialausrüstung und die Evakuierung von Menschen aus unmittelbaren Gefahrenzonen.”









