Laut dem neuen Koalitionsvertrag der estnischen Regierung wird Drohnentraining in den Verteidigungsunterricht an weiterführenden Schulen integriert. Jede Schule, die nationalen Verteidigungsunterricht anbietet, soll ein eigenes Drohnenset erhalten.
Peeter Tali, Mitglied des estnischen Parlaments und pensionierter Oberst, erklärte einem Bericht des Baltic Sentinel zufolge, dass Estland noch viel Nachholbedarf bei der Nutzung von Drohnentechnologie im Verteidigungsbereich habe. „Wenn wir auf die Ukraine blicken, dann sollte Estland etwa tausend Drohnenbediener haben – wir müssen schneller handeln”, so Tali.
Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass jede Teilstreitkraft Drohnenfähigkeiten entwickelt – von Verteidigung und Einsatz bis hin zu Ausbildung. Tali schlägt vor, mit Simulatoren im Unterricht zu beginnen und später zu realen Flügen überzugehen. „Wir haben viele brillante Wissenschaftler und Unternehmer, doch ihre Ideen und Technologien finden zu langsam den Weg in die Streitkräfte und auf das Gefechtsfeld. Das muss sich ändern – der Prozess muss beschleunigt werden”, betonte Tali.
Derzeit gibt es in Estland nur wenige Übungsgebiete für Drohnen, Tali regt an, etwa den kaum frequentierten Flughafen Pärnu als Übungsort zu nutzen.
„Drohnen sind nicht teuer – entscheidend ist, dass wir endlich loslegen. Wir müssen aus dem Ukraine-Krieg (-> aktuelle Meldungen aus dem Ukraine-Krieg) lernen: Die Brutalität ist geblieben, aber die Waffensysteme haben sich verändert. Die Zeit der Panzer ist vorbei – wir brauchen Drohnenbediener auf Zug- und Gruppenebene, sonst sind wir nicht kampffähig”, so Tali.
Er verwies auf die estnische Großübung „Hedgehog”, bei der ukrainische Drohnenbediener mit eigenen Führungssystemen teilnahmen und die Notwendigkeit zur Beschleunigung des estnischen Drohnenprogramms verdeutlichten.
Der Koalitionsvertrag sieht zudem die Schaffung eines Kommandos für Innovation und zukünftige Fähigkeiten vor, das Künstliche Intelligenz, neue Technologien, Drohnen und elektronische Kriegsführung rasch in die Landesverteidigung einbringen soll.
Gute Nachrichten gibt es dem Bericht zufolge auch bei der Wehrpflicht: Für das kommende Jahr sind demnach umfassende Reformen der Ausbildung geplant. „Die Streitkräfte müssen sich auf künftige Konflikte vorbereiten – die Kriegsführung hat sich in den letzten zwei Jahren grundlegend verändert”, sagte Tali abschließend.
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