Ukrainische Ingenieure haben die russische Kamikaze-Drohne Molniya nachgebaut und ihr eigenes Analogon mit dem Namen Blyskavka vorgestellt. Sogar der Name bleibt gleich: Das ukrainische „Блискавка” bedeutet wie das russische „Молния” ganz einfach „Blitz”.

Blyskavka verfügt laut offiziellen Angaben über eine maximale Flugreichweite von 40 Kilometern. Sie kann bis in Höhen von 2.000 Metern steigen und eine Nutzlast von bis zu 8 Kilogramm tragen. Damit liegt sie in einem vergleichbaren Leistungsspektrum wie das russische Original, das je nach Konfiguration mit fünf bis sieben Kilogramm Nutzlast und bis zu 30 Kilometern Reichweite angegeben wird.

Ukrainische Kamikaze-Drohne Blyskavka – ©Archiv
Die „Blitz“-Drohnen Russlands und der Ukraine sind mit geringstem finanziellem und industriellem Aufwand, rasch zu produzieren.

Die Spendenkampagne für die Entwicklung und den Bau der ersten 350 Exemplare erbrachte 258.000 Euro. Der Stückpreis der geflügelten Kamikaze-Drohne beträgt somit 737 Euro. Eingesetzt wird Blyskavka vorerst vom 8. separaten Spezialkräfteregiment der Spezialeinsatzkräfte der Streitkräfte der Ukraine.

Ukrainische Kamikaze-Drohne Blyskavka – ©Archiv
Sofort verfügbare, billige Alurohre und Sperrholz statt exotischer Materialien mit hohen Kosten – das ist das Rezept für die „Blitz“-Drohnen.

Блискавка, Молния, Blitz

Basis der Rumpfkonstruktion sind zwei Aluminiumstangen, die mit verklebten und verschraubten Sperrholz-Elementen zusammengehalten werden. Der Flügel des ukrainischen Blitzes besteht aus geschäumtem und foliertem Kunststoff mit einem Aluminiumprofil als Flügelholm. Beim russischen Blitz kommen hingegen zwei Holzprofile als Flügelholme zum Einsatz.

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Wie die verbesserte Molniya-2 wird auch Blyskavka von zwei Motoren in Gondeln unter den Flügeln angetrieben. Während sich Russland bei der zweiten Generation seiner Molniya eine aerodynamische Verkleidung leistet, verzichtet die Ukraine auf dieses Feature.

Ukrainische Kamikaze-Drohne Blyskavka – ©Archiv
Der Blitz-Bauplan am Computer-Bildschirm des Ingenieurs.

Im Bestreben, die Kosten für Einweg-Wirkmittel zu senken, gibt es für beide Seiten weder Zeit noch ausreichende finanzielle Mittel für endlose Entwicklungen und Tests. Die Ukraine hat die erbeuteten russischen Molniya-Drohnen studiert und kopiert, da sie maximal billig, einfach im Aufbau und in den Komponenten ist. Wie auch in Russland wird letztlich der Einsatzerfolg über die Volumina entscheiden, in denen Blyskavka an die Truppe ausgeliefert wird.

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