Am 16. Dezember wird in Berlin der erste Bordhubschrauber des Typs NH-90 MRFH Sea Tiger feierlich an die deutsche Marine übergeben. Die Übergabe durch Verteidigungsminister Boris Pistorius und Marineinspekteur Vizeadmiral Jan Christian Kaack markiert einen technologischen Meilenstein: Mit dem Sea Tiger erhält die Marine ein neues Kernsystem zur modernen U-Boot-Jagd und Seekriegsführung aus der Luft.
Der Sea Tiger wurde speziell für die Anforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung entwickelt. Insgesamt 30 Hubschrauber werden künftig beim Marinefliegergeschwader 5 im niedersächsischen Nordholz stationiert.
„Der Sea Tiger ermöglicht uns eine moderne Seekriegsführung zur Bekämpfung von Unter- und Überwasserbedrohungen aus der Luft”, betont Kaack. Die Maschine kombiniert hochentwickelte Avionik mit präziser Sensorik und leistungsstarken Wirkmitteln, darunter Torpedos und moderne Seezielflugkörper. Als „fliegendes Auge” der Flotte soll sie ein hochaufgelöstes Lagebild über und unter Wasser liefern, Aufklärung, Abschreckung und Gefechtsführung gleichermaßen stärken.
Im Vergleich zum NH-90 NTH Sea Lion verfügt der Sea Tiger zusätzlich über ein Tauchsonar und ein modernes Sonarbojen-System, die eine weitreichende und präzise Unterwasseraufklärung ermöglichen. Ergänzend sorgen elektro-optische Sensoren und Kamerasysteme für verbesserte Zielerfassung und Seeraumüberwachung.
Gemeinsam mit dem neuen Seefernaufklärer P-8A Poseidon wird der Sea Tiger künftig maßgeblich zu einem erweiterten maritimen Lagebild beitragen – vor allem vor dem Hintergrund zunehmender U-Boot-Aktivität und wachsender Bedrohungen für kritische maritime Infrastruktur.
Der neue Bordhubschrauber ersetzt schrittweise den in die Jahre gekommenen Sea Lynx Mk88A, der seit 1981 im Dienst steht und über Jahrzehnte das Rückgrat der deutschen U-Boot-Abwehr bildete.
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