Mit der Unterzeichnung eines Regierungsabkommens zwischen Deutschland und Kanada wurde nun ein entscheidender Schritt zur Modernisierung der Führungswaffeneinsatzsysteme (FüWES) aller Überwasserplattformen der deutschen Marine vollzogen. Das Projekt markiert einen zentralen Meilenstein für die Vereinheitlichung der Technik, digitale Zukunftsfähigkeit der maritimen Streitkräfte gemeinsam mit dem NATO-Partner Kanada.

Einheitliches IT-Herzstück für alle seegehenden Einheiten

Das FüWES gilt als das „IT-Herzstück” moderner Marineschiffe. Es verknüpft sämtliche operationellen und technischen Subsysteme und ist damit ausschlaggebender Faktor für die Kampfkraft und Führungsfähigkeit einer Einheit.

Ziel des Projektes ist die Standardisierung der bislang heterogenen Systemlandschaft sowie die Rückführung der Systemhoheit an den öffentlichen Auftraggeber. Das Vorhaben wird als sogenanntes „KAT-B-Projekt” mit einer Laufzeit von rund 25 Jahren und einem Projektvolumen von über eine Milliarde Euro realisiert.

Kooperation mit Kanada – gemeinsamer Weg zu mehr Interoperabilität

Das System, das künftig auf allen deutschen Schiffen und Booten zum Einsatz kommen soll, wurde von der Royal Canadian Navy bei der Firma Lockheed Martin Kanada beauftragt, eingeführt und seither kontinuierlich weiterentwickelt. Es zeichnet sich durch hohe Skalierbarkeit, Modularität, die Verwendung von Standard-Hard- und Softwarekomponenten sowie regelmäßige Softwareupdates aus.

Mit dabei: der Weg ins Jagdkommando

Im Rahmen des Regierungsabkommens wird Deutschland umfassende Nutzungsrechte erhalten. Die Kooperation umfasst nicht nur den Systemtransfer, sondern auch gemeinsame Weiterentwicklung, Kostenteilung und operative Zusammenarbeit. Damit wird die Interoperabilität innerhalb des Bündnisses gestärkt und ein nachhaltiger Technologietransfer gesichert.

Schrittweise Umsetzung – Initialisierung ab 2025

Unmittelbar nach der Vertragsunterzeichnung beginnt eine Initialisierungsphase, in der die wesentlichen fachlichen und technischen Grundlagen für die spätere Integration auf den Plattformen geschaffen werden. Diese Phase bildet zudem die Basis für die zeitnahe Einrichtung landgestützter Test-, Referenz- und Schulungsanlagen.

Ab dem Jahr 2027 sind die ersten Maßnahmen zur Einrüstung auf ausgewählten Schiffen und Booten vorgesehen. Langfristig sollen alle bestehenden und künftigen maritimen Überwasserfähigkeitsträger, einschließlich der neuen Fregattenklasse F127, mit dem standardisierten FüWES ausgerüstet werden.

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Quelle©Bundeswehr/Theska