Am 13. November fand an der Landesverteidigungsakademie in Wien die Jahrestagung der Wissenschaftskommission beim Bundesministerium für Landesverteidigung statt. Das diesjährige Thema lautete „Wandel: Herausforderungen staatlicher Selbstbehauptung in einer multipolaren Welt”.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner eröffnete die Veranstaltung mit einer Festrede und betonte die Bedeutung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit für die österreichische Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Im Zuge dessen wurden Michael Kunze und Brigadier a.D. Alfred Vogel mit dem Militär-Verdienstzeichen für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet.
„Fakt ist, wir brauchen wissenschaftliche Expertise und fachübergreifende Forschung. Das gilt nicht nur im Hinblick auf den technologischen Wandel, sondern auch beispielsweise im Umgang mit Desinformationskampagnen. Gerade mit Blick auf hybride Bedrohungen leistet die Wissenschaftskommission mit ihrer Arbeit einen wertvollen Beitrag zur geistigen Landesverteidigung”, so Verteidigungsministerin Tanner. „Und wenn es darum geht, die Sicherheit Österreichs in einer zunehmend komplexen Welt zu gewährleisten, müssen wir neben der militärischen- auch die Wissenschaftsforschung gezielt fördern. Sie treibt technologischen Fortschritt voran und kann einen wichtigen Beitrag zur nationalen Wertschöpfung leisten.”
Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden der Wissenschaftskommission, Josef Eberhardsteiner, diskutierten Experten aktuelle globale Herausforderungen. Im ersten Panel sprach Harald Teufelsbauer über medizinische Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg. Susanne Bärenthaler-Sieber vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung machte auf Abhängigkeiten im internationalen Handelsnetzwerk aufmerksam. Der Leiter des Instituts für Offiziersausbildung an der Theresianischen Militärakademie, Oberst Markus Reisner, brachte sein militärisches Fachwissen im vierten Panel ein. Anschließend sprach Grzegorz Rossoliński-Liebe über die inneren Konflikte des KGB-Agenten Bogdan Staschinski.
Wissenschaft als strategische Ressource
Die Wissenschaftskommission beim Bundesministerium für Landesverteidigung wurde 1992 gegründet. Ihre Hauptaufgaben bestehen in der wissenschaftlichen Beratung der Verteidigungsministerin, der Unterstützung des Planungs- und Lehrbedarfs des Ressorts sowie in der Förderung von Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland. Die aktuelle Funktionsperiode läuft vom 1. Juli 2022 bis 30. Juni 2027. Aktuell gehören der Kommission 253 Mitglieder an. Davon sind rund 80 Prozent Experten aus zivilen Organisationen und 20 Prozent ressortintern. Vorsitzender ist Josef Eberhardsteiner, der stellvertretende Vorsitzende ist der Chef des Generalstabes, General Rudolf Striedinger.
Als Brücke zwischen Wissenschaft und Bundesheer steht die Wissenschaftskommission beim Bundesministerium für Landesverteidigung für Innovation, Wissenstransfer und strategische Weitsicht – und damit für die fortlaufende Stärkung Österreichs sicherheitspolitischer Handlungsfähigkeit.
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