Vor wenigen Tagen absolvierte der neue H145M-Hubschrauber Belgiens seinen ersten Testflug auf dem Gelände von Airbus Helicopters Deutschland in Donauwörth. Der Flug markiert den Beginn der Testphase – dem letzten technischen Schritt vor der Auslieferung der Maschinen. Der H145M soll die Einsatzfähigkeit der belgischen Streitkräfte in den Bereichen Transport, medizinische Evakuierung, Brandbekämpfung und Spezialeinsätze stärken.

Im vergangenen Jahr bestellte das belgische Verteidigungsministerium insgesamt 17 Hubschrauber des Typs bei Airbus: 15 für die Streitkräfte und zwei für die Polizei. Der erste Helikopter der Streitkräfte soll planmäßig im Frühjahr 2026 in Bevekom ausgeliefert werden. Danach folgt jeden Monat eine Auslieferung, bis die Flotte bis Ende 2027 vollständig ist.

Der H145M wird nach und nach die Agusta A109-Hubschrauber ersetzen, die seit den 1990er-Jahren im Einsatz sind und Ende 2027 ausgemustert werden.

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Ausbildung und Vorbereitung

Der H145M ist technisch einfacher zu warten als der NH90-Hubschrauber, verfügt jedoch über eigene Verfahren und eine eigene Terminologie. Aus diesem Grund absolvieren Techniker seit September eine sechswöchige Spezialausbildung: zwei Wochen Theorie, zwei Wochen Praxis und zwei Wochen Arbeit am Motor.

Das Flug- und Bodenpersonal stammt hauptsächlich aus den derzeitigen NH90- und Agusta A109-Einheiten. Die ersten Piloten beginnen ihre Ausbildung im Jänner 2026. Bis zum Sommer 2026 will das Verteidigungsministerium dann über eigene Ausbilder verfügen.

Internationale und europäische Zusammenarbeit

Neben zukünftig Belgien setzen aktuell unter anderem Deutschland (-> Die Bundeswehr bestellt 20 weitere H145M), Luxemburg, Serbien, Irland, die Vereinigten Staaten und Ungarn auf den H145M. Diese gemeinsame Entscheidung fördert eine engere Zusammenarbeit zwischen den Verbündeten.

Airbus: Erster Testflug des neuen belgischen H145M-Hubschraubers – ©Airbus Helicopters
Innerhalb einer Stunde kann der H145M für einen anderen Missionstyp umgerüstet werden.

Für die belgischen Spezialeinheiten bietet vor allem die Interoperabilität mit Deutschland einen großen Vorteil. Deutschland setzt für seine Spezialeinheiten denselben Hubschraubertyp ein, was gemeinsame Operationen und Trainings erleichtert.

Darüber hinaus verfügt der H145M über ein fortschrittliches Kommunikationssystem für den Datenaustausch zwischen allen beteiligten Parteien auf dem Schlachtfeld. Diese Konnektivität trägt zur Digitalisierung des Schlachtfeldes bei und fördert eine engere Zusammenarbeit mit den Bodentruppen.

Multifunktionale Stärke

Der größte Vorteil des H145M-Hubschraubers ist aber wohl seine Vielseitigkeit. Dank modularer Missionskits kann der Helikopter innerhalb einer Stunde für einen anderen Einsatz umgerüstet werden – von Such- und Rettungsaktionen, bewaffneten Eskorten, Truppentransporten, Ausbildung, Beobachtung und Hebevorgängen bis hin zu Patiententransporten und Brandbekämpfung.

Durch seine breite Palette an Waffensystemen eignet sich das Gerät für unterschiedliche Szenarien, von humanitären Missionen bis hin zu bewaffneten Operationen.

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Quelle©Airbus Helicopters