Das argentinische Verteidigungsministerium hat in den vergangenen Tagen den Überstellungsflug der ersten Gruppe der von Dänemark gekauften F-16-Kampfjets in den sozialen Medien mit der Öffentlichkeit geteilt. Es handelt sich um vier zweisitzige F-16BM-Kampfjets und zwei einsitzige F-16AM mit den Kennungen M-1004, M-1005, M-1007, M-1008, M-1009 und M-1020 für die Fuerza Aérea Argentina (argentinische Luftstreitkräfte).

Der Verkauf von insgesamt 24 flugfähigen Maschinen sowie einer nicht flugfähigen F-16B mit der Kennung M-1210 für die Bodenausbildung erfolgte durch Dänemark mit Genehmigung der USA unter dem Programmnamen „Peace Condor”.

Die Königlich Dänische Luftwaffe hatte die F-16A/B im Rahmen eines Vier-Nationen-Ankaufs der NATO 1980 in Dienst gestellt. Die Maschinen wurden im Laufe ihres Einsatzlebens mehrfach modernisiert – unter anderem durch neue Avionik, Datenverbindungen, Präzisionswaffen und strukturelle Verstärkungen. Sie leisteten jahrzehntelang Dienst in der nationalen Luftraumüberwachung Dänemarks, der NATO-Air-Policing-Mission im Baltikum, bei Arktispatrouillen über Grönland und den Färöer-Inseln sowie bei internationalen Einsätzen auf dem Balkan, in Afghanistan, im Irak und in Libyen.

Das Paket aus Kampfflugzeugen und Ersatzteilen kostete Argentinien umgerechnet rund 267 Millionen Euro. Ein Bewaffnungspaket aus AIM-120C8 AMRAAM- und AIM-9 Sidewinder-Raketen, Mk-82-Bomben, GBU-12-Paveway-II-Kits, Aufklärungsbehältern und Ausrüstung für die elektronische Kampfführung schlug darüber hinaus mit rund 368 Millionen Euro zu Buche. Einschließlich der Ausbildung von Piloten, Technikern und Unterstützungspersonal in Argentinien, Dänemark und den USA sowie einem Logistik- und Servicevertrag summiert sich der Ankauf der über 35 Jahre alten Kampfflugzeuge auf rund 813 Millionen Euro.

Überstellungsflug

Der Transfer der ersten sechs argentinischen F-16-Kampfjets begann am 28. November auf dem Luftwaffenstützpunkt Skrydstrup. Über Saragossa und Gran Canaria in Spanien ging es weiter zur Atlantiküberquerung. Der längste Abschnitt des Fluges wurde von einer Boeing 737-700 T-99 Islas Malvinas, einer argentinischen KC-130H Hercules TC-69 sowie drei KC-135 der US-Luftwaffe begleitet, die jeweils Luftbetankungen durchführten.

Am 3. Dezember genehmigte Brasilien einen Zwischenstopp am Luftwaffenstützpunkt Natal (BANT) in Rio Grande do Norte. Von dort führte die letzte Etappe nach Río Cuarto, das als Wartungsstützpunkt dient und von wo aus die F-16 zunächst operieren werden. In Río Cuarto werden dafür Piste und Rollwege erneuert sowie Abstellflächen und Hangars erweitert. Ihre endgültige Heimat sollen die F-16 in Tandil bei der VI. Luftbrigade bekommen.

Zum Abschluss spielte auch das Wetter eine Rolle: Die Ankunft erfolgte am Freitag, der geplante Überflug über Buenos Aires musste jedoch von Freitag früh auf Samstag früh verschoben werden.

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Quelle©Militär Aktuell