Norwegen investiert rund 1,5 Milliarden Euro in neue Rüstungsvorhaben und die Erweiterung laufender Projekte. Geplant ist unter anderem die Beschaffung von 24 zusätzlichen K9-Panzerhaubitzen des südkoreanischen Herstellers Hanwha Land Systems.
„Wir befinden uns in einer ernsten sicherheitspolitischen Lage. Deshalb werden wir das Parlament um Zustimmung zu erheblichen Investitionen in verschiedenen Bereichen der Streitkräfte bitten – im Einklang mit den Zielen des langfristigen Verteidigungsplans vom vergangenen Jahr”, so Verteidigungsminister Tore O. Sandvik. „Insgesamt handelt es sich um zentrale Investitionen in unsere gemeinsame Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit.”
Artillerie für die Finnmark-Brigade
Ein zentrales Vorhaben ist dabei der schon eingangs erwähnte Kauf von 24 zusätzlichen Panzerhaubitzen des Typs K9. Diese sollen den Aufbau eines Artilleriebataillons innerhalb der geplanten Finnmark-Brigade ermöglichen. Bereits zuvor hatte Norwegen 28 K9-Systeme und 14 K10-Munitionsfahrzeuge vom südkoreanischen Hersteller Hanwha Land Systems beschafft.
Es handelt sich bei K9 um ein gepanzertes Artilleriesystem mit einer 155-Millimeter-Kanone, deren Reichweite über 40 Kilometer beträgt. Die geplante Erweiterung schlägt mit knapp 500 Millionen Euro zu Buche und erfolgt durch Ausübung einer vertraglich vereinbarten Kaufoption.
„Die zusätzliche Beschaffung wird die Feuerkraft des Heeres deutlich erhöhen und stellt einen wichtigen Schritt zum Aufbau einer stehenden Finnmark-Brigade dar – wie es der Langzeitplan vorsieht”, so Sandvik.
Maritime Minenabwehr wird verstärkt
Massiv investiert werden soll auch in die maritimen Minenabwehrfähigkeiten: Bereits 2023 hatte das norwegische Parlament grünes Licht für ein entsprechendes Projekt gegeben. Im Zentrum des Vorhabens stehen modulare, unbemannte und autonome Systeme, mit denen die aktuellen Minenräumfahrzeuge ersetzt werden sollen.
Angesichts der verschärften sicherheitspolitischen Lage sieht die Regierung nun vor, das Projekt mit zusätzlichen 330 Millionen Euro aufzustocken.
„Wir müssen sicherstellen, dass die Streitkräfte über die notwendigen Ressourcen verfügen, um Unterwasserminen oder Sprengsätze zu erkennen und zu neutralisieren. Dies dient nicht nur der freien und sicheren Navigation eigener und alliierter Schiffe in norwegischen Gewässern, sondern auch dem Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur”, erklärte der Verteidigungsminister.
Mit der geplanten Aufstockung steigt das Gesamtbudget für das Minenabwehrprojekt auf 750 Millionen Euro. Wie das finnische Unternehmen Patria mitteilte, wurde erst vor wenigen Tagen die Lieferung neuer akustischer Minenräumsysteme an die Königlich Norwegische Marine abgeschlossen. Die Marine Norwegens setzt demnach seit dem Frühjahr 2024 auf die SONAC ACS Minenräumsysteme von Patria.
Neue Unterkünfte für das Personal in Ørland
Der dritte große Investitionsbereich ist der Fliegerhorst Ørland. Um diesen als Hauptstützpunkt der norwegischen Luftwaffe weiterentwickeln zu können, müssen dringend Unterkünften für das militärische Personal geschaffen werden. Die norwegische Regierung plant daher den Bau von 250 neuen Wohneinheiten – mit einer veranschlagten Investitionssumme von gut 60 Millionen Euro für den Zeitraum 2025 bis 2029.
„Der Infrastrukturbereich im Verteidigungssektor wurde über viele Jahre vernachlässigt. Das hat dazu geführt, dass die Unterbringungs- und Arbeitsbedingungen an zahlreichen Standorten – auch in Ørland – nicht ausreichend waren. Wenn wir künftig ausreichend Personal gewinnen wollen, müssen wir sowohl den Sanierungsstau beheben als auch neue Kapazitäten schaffen”, so Sandvik abschließend.









